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Schall und Staub

Wir möchten die ehemaligen Kauen und Duschräume auf der Schachtanlage 3/4/7 für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Daher haben wir gestern unser Büro bezogen und mit vereinten Kräften auf den Putz gehauen, aufgeräumt und geputzt.

Der Staub von Jahrzehnten des Stillstands liegt auf einem wuchtigen Holztisch. Ganz sicher wurde hier seit langem nichts mehr bewegt oder gesucht. Zu siebt kriechen wir durch den vielleicht vergessensten Raum der Zeche Schlägel und Eisen: Dem Rohrboden zwischen den Kauen im zweiten Obergeschoss und dem Bürotrakt im ersten Stock. Dunkel ist es hier. Das wenige Licht scheint durch kleine, vergilbte Luken herein. Immer wieder stehen uns Rohre und Gerümpelteile im Weg — und schließlich eben dieser Tisch. Wurden daran einst wichtige Verhandlungen geführt? Haben die Bergmänner an ihm früher ihre Brotzeit verspeist? Jedenfalls bietet der Tisch gut Platz für 15 Menschen. Grund genug, ihn aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken und ihn zu unseren Vereinstisch zu machen.

Durch den engen Rohrboden gewuchtet und mit vereinten Kräften durch das Treppenhaus getragen, steht der schwere Tisch nach einer halben Stunde schließlich in unserem Büro. Hier im ersten Stock bearbeiten wir das Möbelstück mit reichlich Wasser und mehreren Lappen, bis wir endlich freie Sicht auf die dunkel lackierte Tischplatte bekommen. Richtig chic sieht der Tisch jetzt aus.

Kathi Schmidt stellt eine alte Schreibtischlampe darauf. Gefunden hat sie diese in einem Haus, das kurz vor dem Abriss stand. Schon seit einigen Wochen durchstöbert unsere zukünftige zweite Vorsitzende ihre Nachbarschaft nach geeigneten Einrichtungsgegenständen. Die Lampe und der Tisch passen perfekt zueinander — da sind sich alle im Team einig.

Wenn der Vorstand mit dem Hammer…

Während Kathi noch weitere im ganzen Haus verteilte Holz-, Dreh- und Flechtstühle zusammensammelt, richten die anderen Team-Miglieder unser zukünftiges Büro weiter ein: Ein kleiner Kühlschrank wird aufgestellt, Locher, Tacker und Stifte werden eingeräumt, ein Türschild mit dem künftigen Namen unseres Vereins wird an der Tür unseres Büros angebracht: Klub Schlägel und Eisen.

Unterdessen hat sich unser designierter erster Vorsitzender, Andeas Weidner, einen schweren Hammer aus der Werkstatt seiner im gleichen Haus ansässigen Firma geholt. Gekonnt schlägt er mit Peter Postus und Karsten Umierski im weitläufigen Raum der Weißkaue die lockreren Fliesen unter den hohen Glasbausteinwänden ab. Eigentlich möchten wir die Räume der früheren Zeche so weit wie möglich erhalten, doch hier ist eine Veränderung dringend erforderlich: Feuchtigkeit hat sich im Mauerwerk ausgebreitet, weshalb die Fliesen springen und sich lösen — ein Sicherheitsrisiko.

Der Anfang ist gemacht

Weil die Arbeit mit Musik leichter von der Hand geht, bauen wir schließlich in der Kaue eine großes Beschallungssystem auf.

Wuchtige Lautsprecher, schwere Verstärker und meterlange Kabel werden herbeigeschafft. Doch am Ende fehlt ein Adapter.

„Es geht auch darum, die Anlage und die Akustik hier in der Kaue zu testen“, erklärt Andreas Weidner und erläutert, dass man den Hall des großen Saales womöglich mit großen herabhängenden Vorhängen dämpfen wolle.

Am Ende eines geselligen und anstrengenden Abends, packt Kathi Schmidt die altmodischen Kristallgläser aus, die sie kürzlich für wenig Geld bei der Diakonie erstanden hat. Bei Bier und Wein besprechen wir an unserem „neuen“ Tisch das weitere Vorgehen. Ende kommender Woche werden wir einen Verein gründen. Der Anfang ist gemacht.

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