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Künstler nehmen Abschied vom Bergbau

20 Künstlerinnen und Künstler des Vestischen Künstlerbundes haben in den vergangenen Tagen bei uns ihre Fotografien, Rauminstallationen und Skulpturen in Stellung gebracht. „Ohne Kohle“ heißt die vielseitige Kunstschau, die zwischen 20. Juli und 19. August 2018 immer samstags 15-18 Uhr und sonntags 13-18 Uhr in unserer Weißkaue und im Tiefkeller zu sehen ist. Zentrales Thema der Ausstellung: Der Abschied vom Bergbau.

Es wurde gebohrt, beleuchtet, beschallt, geklebt, gemalt und gewickelt: Wer in den vergangenen Tagen auf der Hertener Schachtanlage 3/4/7 unterwegs war, erlebte einen bemerkenswerten Wandel des Areals vom ExtraSchicht-Spielort zur Ausstellungsfläche.

Am Freitag, den 20. Juli eröffnet „Ohne Kohle“. Die 20 Künstlerinnen und Künstler, überwiegend Mitglieder des Vestischen Künstlerbundes, haben sich kreativ mit dem Ende des Ruhrkohle-Bergbaus auseinandergesetzt. Nun stehen kohlenschwarze Skulpturen auf weißen Sockeln, stufenförmig kleben Kohlen an einer Wand, auf einem aus Briketts gebauten Tisch gibt es Kohle auf Tellern.

„Auch, wenn der Titel es so suggerieren mag kommen die Künstler nicht ganz ‘ohne Kohle‘ aus“, sagt Heidi Meier, Schöpferin des Brikett-Tisches und Vorsitzende des Vestischen Künstlerbundes. Der Recklinghäuser Künstlerin ist das Ausstellungsprojekt zum Ende des Steinkohlebergbaus ein besonderes Anliegen: „Wir sind mit der Region und ihrer Industrietradition so verbunden, dass mich interessiert: Was wird unsere nächste Erzählung sein? Was kommt nach der Kohle?“


Podcast „Kohlenpod“

Die Künstler Heidi Meier und Udo Homeyer sprechen über die Ausstellung „Ohne Kohle“ und erklären, was der Abschied von der Kohle für sie bedeutet.

>> Folge 25 auf kohlenpod.de


Vielseitiges Rahmenprogramm

„Ohne Kohle“ eröffnet am Freitag, den 20. Juli ab 19 Uhr in unserer Schwarzkaue. Mit dabei ist auch unser Bergmannschor, der die Besucher – wortwörtlich – auf das Bergbau-Thema einstimmt. Der Kunsthistoriker Christof Belmann-Weinrich erläutert mit seinen einführenden Worten den Kontext und das Konzept des Ausstelungsprojektes. Anschließend führen Michaela Koenen-Welles, Gabriela Jüttner und Susanne Bilstein die Besucher mit einer Tanzperformance durch die Kunstschau.

Am 22. Juli und 11. August folgen dann eine künstlerische Fahrradtouren. Treffpunkt ist jeweils die Kunshalle Recklinghausen. Gegen einen Unkostenbeitrag von 5 Euro erwartet die Besucher um 13 Uhr eine Führung durch die Ruhrfestspiel-Ausstellung „auf“ von Gert und Uwe Tobias. Anschließend geht es per Fahrrad zur Zechenbahntrasse, die abseits des Straßenverkehres direkt nach Herten zu uns auf die Schachtanlage 3/4/7 führt. Gegen 15 Uhr beginnt dann auch bei uns eine Führung durch die Ausstellung „Ohne Kohle“. Im Anschluss gibt es ab ca. 16.30 Uhr Gelegenheit zum Austausch in lockerer Runde auf dem nahegelegenen Hof Wessels. Wer an der Tour teilnehmen möchte wird gebeten, sich telefonisch unter 02361 50 1935 anzumelden.

Mehr Kunst im öffentlichen Leben

Für dieses Ziel setzt sich seit vielen Jahren der Vestische Künstlerbund ein. Da wir als Klub Schlägel & Eisen ähnliche Ziele verfolgen, kooperieren wir für „Ohne Kohle“ sehr gerne mit der Vereinigung. Derzeit organisieren sich 45 Künstlerinnen und Künstler, die im Vest Recklinghausen geboren oder tätig sind in dem Verein.

Die Anfänge des Vestischen Künstlerbundes e.V. gehen auf den Beginn der 50er Jahre zurück, als sich Künstler aus der Region in enger Anlehnung an den Recklinghäuser Kunstbunker (heute Kunsthalle Recklinghausen) zusammenschlossen, um sich gegenseitig auszutauschen und um  die Bildende Kunst im öffentlichen Leben des Vestes Recklinghausen zu verankern. Dem fühlt sich der Künstlerbund bis heute verpflichtet.

Hauptdomizil des VKB ist das Kutscherhaus im Recklinghäuser Willy-Brandt-Park. Dort finden zweimal im Jahr Gemeinschaftsausstellungen, aber auch Ausstellungen einzelner Mitglieder statt. In seiner Herbstausstellung vergibt der Künstlerbund außerdem alljährlich den mit 1500 Euro dotierten „Preis des Vestischen Künstlerbundes“.

Über die Aufnahme in den Vestischen Künstlerbund entscheidet eine Jury – unter anderem anhand einer von Bewerbern einzureichenden Mappe mit aussagekräftigen Abbildungen ihrer Arbeiten. Die Geschäftsstelle des Vestischen Künstlerbundes befindet sich in der Kunsthalle Recklinghausen.

Die Künstler

Mit ihren vielseitigen Arbeiten haben 20 Künstler des Vestischen Künstlerbundes mit „Ohne Kohle“ eine eine sehenswerte Ausstellung gestaltet. Lernen Sie die Künstler und ihre Werke mit den unten aufgeführten Links kennen!

>> Helmut Bettenhausen
>> Norbert Bücker
>> Lotte Füllgrabe-Pütz
>> Erich Füllgrabe
>> Beate Hagemann
>> Helmut Heinze
>> Udo Homeyer
>> Danuta Karsten
>> Verena Kuhlmann
>> Heidi Meier
>> Christian Paulsen
>> Rona Rangsch
>> Gerhard Reinert
>> Emmy Rindtorff
>> Karl Rosenwald
>> Karel Studnar
>> Peter Thomas
>> Ferdinand Ullrich
>> Marion Walla
>> Kastulus A. Wolf

Auf einen Blick: Infos zur Ausstellung

„Ohne Kohle“ – ein Ausstellungsprojekt des Vestischen Künstlerbundes zum Ende des Steinkohlebergbaus

Eröffnung: Freitag, 20. Juli 2018, um 19 Uhr

Ausstellungszeitraum: 20. Juli – 19. August 2018
Öffnungszeiten: samstags 15 – 18 Uhr und sonntags 13–18 Uhr

Ausstellungsort: Weißkaue und Tiefkeller der Zeche Schlägel & Eisen, Glückauf-Ring 35–37, 45699 Herten

Mit freundlicher Unterstützung von: Sparkasse Vest Recklinghausen, Hertener Stadtwerke, Gelsenwasser Stiftung

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